2020 war für Sportvereine und Breitensport kein gutes Jahr

Die neuerlichen 2,5 Millionen beweisen, dass der Sport uns allen am Herzen liegt und das wiederum ist die beste Voraussetzung, die Vereine jetzt finanziell einigermaßen gut durch die Krise zu bringen. Wir brauchen den Breitensport und wir brauchen unsere Vereine.

Bild: AndrzejRembowski (pixabay)

Sportvereine in der Krise nicht allein lassen – Fortführung der Corona-Soforthilfen (Drs. 19/2642, AltA 19/2733)

Im Frühjahr mussten die Vereine auf Grund von Corona über mehrere Wochen ihre Trainings absagen. Innovationsfreude war gefragt bei der Einspielung von Online-Kursen. Schnell zeigte sich: Wer Live-Kurse anbot, war besser dran als diejenigen, die ihren Kopf in den Sand steckten und die tatenlos auf das Ende der Pandemie warteten. Das heimische Wohnzimmer wurde für viele plötzlich zur Sporthalle. Schnell zeigte sich aber, dass die Sportvereine Hilfe brauchen, für viele brachen Einnahmen weg und gemeinsam haben wir gehandelt. Das erste Coronahilfepaket für den Sport wurde geschnürt und 2,5 Millionen Euro als Soforthilfe zur Verfügung gestellt.

Im Sommer dann eine kurze Verschnaufpause, die Vereine konnten ihre Tätigkeiten unter strengen Auflagen wieder aufnehmen. Erneut war Einfallsreichtum gefragt bei der Erstellung von Hygienekonzepten. Auch das haben die Sportvereine geschafft, mit viel Ehrgeiz und Engagement. Wirtschaftlich blieb es schwierig, weil z.B. die Kursgrößen verkleinert werden mussten. Trotzdem versprach der Sommer eine trügerische Normalität. Und heute? Wir befinden uns im zweiten Lockdown, mitten in einem trüben Winter und es legt sich eine Art nervöse Depression übers Land. Sport in der Gemeinschaft, Vereinsleben rund um den Sport…nichts geht mehr.

Meine Damen und Herren, ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich merke an vielen Stellen, dass sich feste Strukturen im Leben der Menschen gerade auflösen. Die verbindende Funktion von gemeinsamen Treffen und Veranstaltungen lässt sich nicht durch Online-Formate ersetzen. Es sind die großen Vereine, die darunter besonders zu leiden haben. In meinem Wahlkreis sind sie es, die vor allem in den Städten im vergangenen Jahr jedes zehnte Mitglied verloren haben und es fehlen die Neuzugänge. Hier werben die Vereine momentan vergebens. Dies ist die eine Seite des Problems. Die andere zeigt sich darin, dass viel Ehrenamt in den Vereinen momentan wegbricht, Kursleiter müssen gehen, die verbindende Kraft der Vereinsstrukturen lässt nach. So oder so ähnlich sieht es überall in Schleswig-Holstein aus. Was bleibt, sind die Kosten für vereinseigene Sportanlagen, für Büros und hauptamtliches Personal.

Während der ersten Welle haben wir Gelder für die Vereine bereitgestellt, schnell wurde klar, dass das nicht reicht, wenn der zweite Lockdown kommt. Deshalb haben wir bereits im letzten Jahr gemeinsam mit dem SSW den Antrag gestellt, die Soforthilfe für die Sportvereine fortzusetzen. Dass dieser Antrag schon kurze Zeit später vom Ministerium umgesetzt war, ist ein tolles Zeichen und dafür bedanken wir uns ausdrücklich. Es zeigt, dass wir alle den Sport im Blick haben. Die neuerlichen 2,5 Millionen beweisen, dass der Sport uns allen am Herzen liegt und das wiederum ist die beste Voraussetzung, die Vereine jetzt finanziell einigermaßen gut durch die Krise zu bringen. Wir brauchen den Breitensport und wir brauchen unsere Vereine.

Wer Sport treibt, der übersteht Krisenzeiten leichter. Vielen Menschen ginge es besser, wenn sie zumindest draußen kontaktlosen Sport in kleinen Gruppen machen dürften. Insofern unterstützen wir auch den Alternativantrag der Jamaika-Koalition, dem wir uns angeschlossen haben. Wir werden den Abfluss der zur Verfügung gestellten Mittel aufmerksam beobachten und müssen uns gegebenenfalls überlegen, hier noch ein weiteres Mal nachzusteuern.