Besuch des Recyclinghofs Buhck in Wiershop mit Ralf Stegner

Selbst Müll zu vermeiden ist die eine Sache und sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Die Frage der Stoffeverwertung und auch der Landesdüngemittelverordnung müssen wir politisch angehen

Es war ein gemeinsamer Termin mit Vertretern der AWSH (Abfallwirtschaft Süd-Holstein) und der Buhck-Gruppe, den Kathrin Bockey vereinbart hatte. Ebenfalls gefolgt waren der Einladung die Bürgermeister der Umlandgemeinden Geesthacht (Olaf Schulze), Wiershop (Hans-Ulrich Jahn), Gülzow (Wolfgang Schmahl) und Kollow (Ralf Borries, stellv. Gemeindebürgermeister).

Alle Beteiligten waren sich einig, dass die Themen Müllvermeidung und -entsorgung aber auch das Recycling zu wenig im Bewusstsein von Bevölkerung und Politik verankert sind. Das wollen Stegner und Bockey ändern. „Die Schleswig-Holsteiner Deponiekapazitäten reichen noch maximal 10-15 Jahre, die Regierung in Schleswig-Holstein muss sich deshalb endlich mit der Frage auseinandersetzen, wo sie weitere Deponien planen will!“ Das ist eine Forderung, die die beiden Landtagsabgeordneten mit nach Kiel nehmen werden.

Dennis Kissel (AWSH) und Thomas Buhck (Buhck-Gruppe) stellten übereinstimmend fest, dass während der Lockdown-Beschränkungen in der Corona-Zeit die illegale Müllentsorgung eklatant zugenommen habe. Hier verstetige sich ein Trend, der in den letzten Jahren bereits zu beobachten war und der in der Corona-Zeit seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden habe. Renovierungsabfälle haben weder im Hausmüll noch in der Landschaft etwas zu suchen. Insgesamt habe, unabhängig von Corona, die illegale Müllentsorgung im öffentlichen Raum stark zugenommen. Dies stelle die Kommunen vor Probleme, da sie die Entsorgung dann aus Haushaltsmitteln bestreiten müssen. Weiterer Knackpunkt bei der illegalen Müllentsorgung ist der Gartenabfall. Auch der landet zu oft in der Umwelt. Laut Düngemittelverordnung des Landes Schleswig-Holstein werden Klärschlamm und Gartenabfälle gleich behandelt, dementsprechend teuer sei die Entsorgung der Gartenabfälle.

Lys Birgit Zorn, Umweltberaterin von der Buck-Gruppe machte auf ein weiteres dringendes Problem aufmerksam. Sie betonte, dass wir mehr Stoffeverwertung diskutieren und zu Lösungen kommen müssen! Es sei ein großes Problem, dass recycelte Stoffe immer schwerer vermittelbar werden. Dem zugrunde liegen teilweise sehr strenge Gesetzesvorgaben wie zum Beispiel beim offenen Wegebau. Aber auch Hersteller in der Kunststoffbranche täten sich schwer mit der Verwendung aufbereiteter Kunststoffe. Sie forderte deshalb, dass es eine Verpflichtung zur Verwendung von Recyclingmaterialien geben müsse. Dies sei nur über eine Herstellerverpflichtung wie in Skandinavien zu erreichen.

Ralf Stegner und Kathrin Bockey sicherten zu, dass sich die SPD-Fraktion mit diesen Fragen intensiv beschäftigen und Initiativen anstoßen werde. Bei einer abschließenden Rundfahrt über das Gelände der Deponie wurde deutlich, dass Müllverarbeitung und auch die Möglichkeiten des Recyclings Größendimensionen hat, die abstrakt kaum vorstellbar sind. „Selbst Müll zu vermeiden ist die eine Sache und sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Die Frage der Stoffeverwertung und auch der Landesdüngemittelverordnung müssen wir politisch angehen!“, resümierte Kathrin Bockey.