Welche psychosozialen Folgen hat Corona für die Pflege?

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Dieser Frage sind die beiden Landtagsabgeordneten Kathrin Bockey und Özlem Ünsal nachgegangen. Die Veranstaltung im virtuellen Raum ist Teil der neuen „Waterkant-Gespräche“, in denen in loser Reihenfolge mit Zuhörern und Experten gesellschaftspolitische Themen diskutiert werden. Die Auftaktveranstaltung war ein voller Erfolg. Knapp 30 Teilnehmer diskutierten lebhaft darüber, wie sich Corona auf die zu betreuenden Menschen, ihre Angehörigen und Pfleger:innen ausgewirkt. Eingeladen waren Dr. Jan Wulf-Schnabel, Leiter der Stiftung Drachensee, die Angebote für Menschen mit Behinderung schafft. Außerdem Gabriele Apel, Leiterin mehrerer Senioren- und Pflegeheime sowie Birte Pauls, pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.

Dr. Wulf-Schnabel, betonte, dass bei der langsamen Öffnung, die Menschen in den Einrichtungen nicht vergessen werden dürfen. Es könne nicht sein, dass alle Bürger nun ins Ausland fliegen dürften, während die Bewohner:innen der Behinderteneinrichtungen, nicht einmal ihre Freunde sehen könnten. Weiter erklärte er, dass auf dem Weg zur Normalität, Einrichtungen nicht verantwortlich gemacht werden dürfen für das Risiko, das jetzt eingegangen werden müsse. Gabriele Apel beschrieb anschaulich vor welchen Herausforderungen ihre Seniorenheime im März standen. Als positive Effekt der Hygieneregeln stellte sie dar, dass der Krankenstand in den Heimen so niedrig war, wie nie! Für sie bot diese Zeit zudem die Möglichkeit der  intensiveren Pflege und Betreuung der Bewohner:innen durch das Personal.

Als Fazit stellte Kathrin Bockey, MdL fest, dass es für die Wiedereingliederungshilfe jetzt, die in den Haushaltsplänen vorgesehenen finanziellen Mittel geben müsse, auch wenn einzelne Leistungen nicht wie vorgesehen abgerechnet werden konnten. Es ist wichtig, die Wohnprojekte und Behindertenwerkstätten jetzt abzusichern, damit sie auch Morgen noch ihre Arbeit fortführen können. Das nächste Thema der „Waterkant-Gespräche“ wird nach den Sommerferien bekannt gegeben.