Vortrag des Holocaustüberlebenden Tsewie Herschel

Heute war ich erneut zu Gast bei der Polizeidirektion Aus- und Fortbildung in Eutin. Mit 150 jungen Auszubildenden und Beamt*innen der Bereitschaftspolizei durfte ich einem bewegenden Vortrag des Holocaustüberlebenden Tsewie Herschel lauschen. Er wurde als Baby von seinen Eltern an protestantische Widerstandskämpfer übergeben, kurz bevor die Eltern nach Sobibor deportiert und dann umgebracht wurden.

Es war für mich als Mutter besonders bewegend, dass Herr Herrschel Jahre gebraucht hat, sein Überleben bei Pflegeeltern als einen Liebesakt seiner Eltern zu begreifen. Ich finde es unglaublich schön von Tsewis Vater, dass er zu dessen Geburt einen Lebenskalender gemalt hat. Viele dieser gemalten Wünsche gingen in Erfüllung. So lebt Herschel inzwischen in Israel, wie von seinem Vater prophezeit.

Im Rahmen der Diskussion wurde Herschel gefragt, wann er seinen Frieden mit den Deutschen gemacht hätte. Seine Gegenbemerkung war, dass er die Deutschen dafür hätte hassen müssen. Hass zerstöre alles und helfe niemandem. Deshalb sei er in Sachen Völkerverständigung unterwegs.