Geplante Streichungen in der Flüchlingshilfe

Die geplante Streichung der hauptamtlichen Koordinatoren-und Fachberaterstellen in der Flüchtlingshilfe von der Jamaika-Koalition ist ein Schlag ins Gesicht des Ehrenamts

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Kathrin Wagner-Bockey, SPD-MdL kritisiert die geplanten Einsparungen der Jamaikakoalition im Bereich der Ehrenamtskoordination für die Flüchtlingshilfe im gesamten Land. „Damit fällt das gesamte seit 2015 aufgebaute ehrenamtliche Engagement in sich zusammen. Jamaika schneidet den Flüchtlingshelfer*innen den Informationsfluss ab! Vage Versprechen zu einer Neukonzeption des Ehrenamtes durch das Land irgendwann zu einem späteren Zeitpunkt haben keinerlei Wert, sie helfen nicht im hier und jetzt und wer weiß, ob sie überhaupt kommt.“

Praktisch aus dem Nichts haben sich 2015 Menschen bereit erklärt, ankommenden Flüchtlingen die Integration in unsere Gesellschaft zu erleichtern, sie zu begleiten und zu beraten. 2015 hatte die damalige SPD geführte Landesregierung die Mittel für die hauptamtlichen Flüchtlingskoordinatoren im eigenen Haushalt zur Verfügung gestellt. Später wurden diese 2,5 Millionen zeitlich befristet vom Bund übernommen.

„Wenn die Bundesmittel auslaufen, muss das Land jetzt seine eigenen Zahlungen wieder aufnehmen! Dafür setze ich mich in Kiel ein! Wir sind uns im politischen Raum der demokratischen Mitte einig, dass die Integration von Flüchtlingen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die über lange Jahre nach der Ankunft der Geflüchteten fortbesteht. Daraus entsteht eine Verantwortung, mit der wir die Kommunen und Kreise in meinen Augen nicht allein lassen können.“

Die ehrenamtlichen Helfer*innen leisten gerade in der anstrengenden Flüchtlingsbetreuung eine unersetzliche Arbeit und erfahren dafür beileibe nicht nur Verständnis. Deshalb ist es wichtig, dass das Land sich eindeutig zu seiner Verantwortung bekennt. Die ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer*innen sind darauf angewiesen, dass sie eine hauptamtliche Koordination ihrer Beratung in Anspruch nehmen können. Koordinator*innen und Fachberater*innen sorgen für Vernetzung, Fachberatung, Fortbildungsveranstaltungen und sie sind persönliche Ansprechpartner*innen, wenn es „hakt“. Sie unterstützen bei Fragen zum Umgang mit Traumata, zu kulturellen Besonderheiten, zum Umgang mit Stress, sie vermitteln Ansprechpartner*innen für Rechtsberatungen, Wohnungs-und Arbeitssuche. Das kann das Ehrenamt nicht allein leisten.