Ralf Stegner und Kathrin Wagner-Bockey besuchen Geesthachter Hospiz

Unter dem Motto „Ungewöhnliche Berufe“ stand der Besuch des Fraktionsvorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Dr. Ralf Stegner, welches ihn am Mittwoch in das auxilium Hospiz führte. Stegner unternimmt seit nunmehr 15 Jahren seine Sommerreisen, immer unter einem anderen Gesichtspunkt. Wichtig sei ihm dabei, möglichst viele Regionen Schleswig-Holsteins zu bereisen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Dabei spielten vor allem Themen eine Rolle, die nicht täglich in den Medien zu finden seien. „Für Ralf Stegners Reise fiel mir sofort das Hospiz ein“, berichtet die örtliche Landtagsabgeordnete der SPD, Kathrin Wagner-Bockey. „Die Einrichtung leistet ganz hervorragende Arbeit. Wer Menschen beim letzten Abschnitt seines Lebens begleitet, muss besonders verständnisvoll und gut ausgebildet sein.“

Dass für ein Hospiz besondere Anforderungen gelten, wird deutlich im Gespräch mit dem Geschäftsführer Gerhard Kohnen, der Personaldienstleiterin Kathrin Polzin und der Sterbeamme Sabine Willers. Das Hospiz verfügt über 14 Betten und 35 Betreuer. Fast alle Mitarbeiter hätten eine qualifizierte Ausbildung, es gäbe nur wenige Hilfskräfte erklärt Polzin. Auch die Reinigungskräfte und die Mitarbeiter der Küche hätten eine zusätzliche Schulung durchlaufen. Seit einigen Jahren bezahlt das Hospiz seine Mitarbeiter nach Tarif, auch wenn die Personalkosten die höchsten Ausgaben seien. Bei steigenden Tarifen könne es schnell eng werden: „Wir handeln die Pflegesätze jährlich neu mit den Krankenkassen aus. Die Gespräche ziehen sich leider oft über Monate hin. Hier wünschen wir uns verbindliche Fristen vom Gesetzgeber“, erklärt Kohnen in Richtung der beiden Landtagsabgeordneten. Kopfschmerzen bereite ihm auch die Antragstellung. Denn die genehmigte Hospizdauer sei nur auf wenige Wochen beschränkt. Sobald diese endet, müsse ein neuer Antrag bei den Krankenkassen gestellt werden und es sei keineswegs sicher, dass diesem stattgegeben wird. Kohnen: „Unsere Gäste befinden sich in einer außergewöhnlichen Lage und bereiten sich auf das Sterben vor. Einige haben keine Angehörigen und keine Wohnung mehr“. Ralf Stegner und Kathrin Wagner-Bockey sehen hier dringenden Handlungsbedarf. „Es ist entsetzlich, wenn den Menschen in ihrer letzten Lebensphase, das Leben derart schwer gemacht wird. Wir werden dafür sorgen, dass die Frage der Bewilligung durch die Krankenkassen auf Landesebene bewegt wird“, so Wagner-Bockey.